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Pressemitteilung der Agentur für Arbeit Essen vom 13. November 2017

Ein Praxisbeispiel aus der Personalentwicklung im Industrieservice

Obwohl bereits mehrjährig im Unternehmen RNO Reinigungsservice Nord GmbH & Co. KG beschäftigt, fest im Unternehmen integriert und langjährig bewährt, haben zwölf Mitarbeiter, die bisher über keinen branchenzugehörigen Berufsabschluss verfügen, im November 2015 die persönliche Herausforderung angenommen und eine einjährige Nachqualifizierung zum nachträglichen Erwerb des Berufsabschlusses ihrer Branche begonnen. Entwickelt und organisiert wurde diese bisher einzigartige Fort- und Weiterbildungsmaßnahme für Mitarbeiter von Industrieserviceunternehmen durch die Firma arvaport Dienstleistungsgesellschaft mbH auf Initiative und in enger Zusammenarbeit mit dem WVIS e.V. – Wirtschaftsverband für Industrieservice e.V., der Interessenvertretung für Unternehmen im Industrieservice.

Herr Yves Ritter von Lacroix, Geschäftsführer der arvaport GmbH, merkt hierzu an: "Dieses Bildungsprojekt zum nachtäglichen Erwerb des Berufsabschlusses Fachkraft für Rohr-, Kanal- und Industrieservice (IHK) ist bisher bundesweit einzigartig. Nur der engen und kompetenten Zusammenarbeit der Projektpartner ist es zu verdanken, dass die arvaport GmbH den Mitarbeitern der RNO GmbH & Co. KG eine derart passgenaue und zielgerichtete Nachqualifizierungsmaßnahme anbieten konnte."

Für das Bremer Unternehmen RNO Reinigungsservice Nord GmbH & Co. KG, einem der führenden und innovativsten Unternehmen in Norddeutschland auf dem Gebiet der Reinigung und Wartung von Industrieanlagen, sind gut ausgebildete Mitarbeiter eine wesentliche Voraussetzung für die erfolgreiche Realisierung eines gesamtheitlichen Industrieservices.

Von ihrem Fachwissen und ihrer Motivation hängen die spätere Qualität der Auftragserfüllung, die Zufriedenheit des Kunden und damit auch der nachhaltige Erfolg des Unternehmens in erheblichem Maße ab.

Um die Kompetenzen der eigenen Mitarbeiter entscheidend weiter zu entwickeln, begann die RNO Reinigungsservice Nord GmbH & Co. KG im Jahr 2015 eine Qualifizierungsoffensive für ihre gewerblichen Mitarbeiter.

Herr Andreas Schütte, Geschäftsführer der RNO Reinigungsservice Nord GmbH, benennt den Grund, dieses Nachqualifizierungsprojekt in Angriff genommen zu haben: "Die immer komplexer werdenden Anforderungen an einen Industrieservice erfordern in einem großen Umfang auch Weiterbildung und Qualifizierung von Mitarbeitern. Mit dieser Maßnahme haben wir die einmalige Chance, langjähriges und angelerntes Wissen zu einem qualifizierten und anerkannten Berufsabschluss zu bringen, so dass Kunden und Mitarbeiter zukünftig gleichermaßen davon profitieren werden."

Der ursprüngliche Impuls zur Entwicklung einer speziell für die gewerblichen Mitarbeiter von Unternehmen der Industrieservicebranche geeigneten Qualifizierungsmaßnahme, mit welcher der erst seit 2005 zugelassene Lehrberuf nachgeholt werden kann, entsprang dabei einer Initiative des WVIS e.V., der sich bereits seit langem für die Fort- und Weiterbildung der gewerblich beschäftigten Mitarbeiter seiner Mitgliedsunternehmen stark macht.

"Seit seiner Gründung ist der Anspruch des WVIS, die Aufmerksamkeit auf Ausbildungsplätze und die breit gefächerten Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen im Industrieservice zu lenken. Tatsächlich bietet der Industrieservice mit mehr als 40 Berufen erfahrenen Fachkräften nachhaltige Karrierechancen. Somit ist und bleibt die Branche gerade für Facharbeiter der Beschäftigungsmotor schlechthin.", erläutert Dr. Reinhard Maaß, Geschäftsführer des WVIS e.V., die Relevanz des Bildungsprojekts für den Industrieservice.

Eine besondere Herausforderung stellt die Zulassung der Mitarbeiter zur abschließenden Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer dar. Im Allgemeinen ist dies nur nach vorheriger dualer Berufsausbildung (Dauer: drei Jahre) für Auszubildende bzw. nach dem Absolvieren einer zweijährigen Umschulung möglich. In diesem Fall konnte jedoch unter Berücksichtigung der durch die Mitarbeiter der RNO GmbH & Co. KG bereits erworbenen Berufserfahrung – in den meisten Fällen deutlich mehr als dem 1,5-fachen der grundständigen Berufsausbildungszeit – eine externe Zulassung zur Gesellenprüfung im Sinne des § 45, Abs. 2 des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) realisiert und die Gesamtdauer der Qualifizierungsmaßnahme somit auf nur ein Jahr beschränkt werden.

Die Nachqualifizierung erfolgt dabei nicht, wie oftmals üblich, losgelöst vom Betrieb und außerhalb der Arbeitszeit. Im Gegenteil, der Unterricht findet während der betrieblichen Arbeitszeit statt und die RNO Reinigungsservice Nord GmbH & Co. KG stellt ihre Mitarbeiter bei voller Lohnfortzahlung dafür frei. In den Praxisphasen bleiben die Teilnehmer im Betrieb integriert.

Die Kosten der Qualifizierungsmaßnahme werden durch Mittel des Förderprogramms WeGebAU der Agentur für Arbeit getragen. Ein wichtiger Bestandteil dieser Förderung ist, dass das durch den Arbeitgeber getragene Arbeitsentgelt für die Phasen, in denen die gewerblichen Mitarbeiter durch die Freistellung keine Produktivleistung erbringen konnten, anteilig gefördert wird. Fördernde Stelle ist die Agentur für Arbeit  Bremen-Bremerhaven, die das gesamte Projekt in enger Zusammenarbeit mit den Projektpartnern begleitet.

Dr. Götz von Einem, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven, verdeutlicht die Motivation und Zielrichtung der Agentur für Arbeit bei der Förderung derartiger, berufsabschlussorientierter Fort- und Weiterbildung: "Das Nachqualifizierungsprojekt zur Fachkraft für Industrieservice bei der RNO GmbH & Co. KG ist ein gutes Beispiel von mehreren, wie über das WeGebAU-Programm Unternehmen bei der Fachkräftesicherung geholfen wird. Die Vorteile liegen dabei für alle Beteiligten auf der Hand. Das Unternehmen investiert in Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die es im Arbeitsalltag auf geringqualifizierter Basis schon kennt, bei denen aber Nachqualifizierungsbedarf und die individuelle  Bereitschaft dazu identifiziert wurde. Nach erfolgreichem Abschluss gewinnt es diese Mitarbeiter als qualifizierte Fachkräfte zurück. Die Mitarbeiter, die sich den Mühen eines nachträglichen Berufsabschlusses im Erwachsenenalter erfolgreich unterziehen, haben in ihrem Unternehmen beste Aussichten, als Fachkraft dauerhaft weiterbeschäftigt zu werden. Gleichzeitig verbessern sie ihre Verdienstmöglichkeiten und sichern ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt ab. Für die Agentur für Arbeit bedeutet der nachträgliche Erwerb eines Berufsabschlusses einen Beitrag zur Verringerung des Fachkräftemangels. Zugleich wirkt die deutliche Verringerung des individuellen Arbeitslosigkeitsrisikos potenziell kostenentlastend auf die Versichertengemeinschaft der Arbeitslosenversicherung."

Der Beginn der Nachqualifizierungsmaßnahme verlief dank der engen Zusammenarbeit aller Projektpartner und der hohen Motivation der Maßnahmeteilnehmer mehr als zufriedenstellend und auch der bisherige Verlauf der Schulungsphasen lässt einen erfolgreichen Abschluss erwarten.

Yannick Wehr
AZAV-zertifiziert